»Tragt in die Welt nun ein Licht«
Der Arbeitskreis »Kirche und Schule« stellt sich vor
kirche-und-schule
Bilder: K. Kautz, Hanau

Die Schulkinder aus der Erich Kästner-Schule, der Brüder-Grimm-Schule, der Pestalozzi-Schule und der Anne-Frank-Schule singen das Adventslied mit kräftiger, lauter  Stimme: »Tragt in die Welt nun ein Licht, sagt allen: Fürchtet euch nicht! Gott hat euch lieb, Groß und Klein, seht auf des Lichtes Schein.« (EG 588) 

In dem alljährlichen Schulgottesdienst entsteht mit der Hilfe aller Grundschüler ein großer Adventskranz. Jede Schülerin, jeder Schüler bringt einen grünen Zweig mit und legt ihn auf dem Kirchenboden ab, alle Zweige zusammen ergeben einen wunderschönen, großen Kranz. Mit Äpfeln, Sternen, Zapfen und Lichtern, deren Bedeutung  für die adventliche Vorbereitungszeit von den Kindern vorgetragen werden, wird der Adventskranz geschmückt.

Dreimal im Jahr kommen die Grundschüler in die evangelische Johanneskirche, in die katholischen Kirchen Mariae Namen und St. Josef, um dort Schulgottesdienste zu feiern. Seit dem Jahr 2000 gibt es den ökumenischen Arbeitskreis »Kirche und Schule«.

Unsere Idee war es damals, eine Verbindung herzustellen und eine kontinuierliche Beziehung zu schaffen zwischen Kirche und Schule und zwischen Schule und Kirche. Zum Arbeitskreis gehören Lehrerinnen und Lehrer  von vier Grundschulen, sowie Schwester Barbara-Maria und ich als Pfarrerin der Stadtkirchengemeinde.

Die Themen der Gottesdienste werden im Arbeitskreis überlegt und besprochen und anschließend im Unterricht von den Lehrerinnen und Lehrern aufgenommen, bearbeitet und für den Gottesdienst gestaltet. Die Kinder sind beteiligt durch Einüben von Rollenspielen und Liedern, durch das Formulieren von Gebeten und das Gestalten von Symbolen.

Aufgrund der regelmäßigen alljährlichen Besuche der Schulen zu den Gottesdiensten im Advent, zum Abschluss der 4. Klasse und zu Beginn eines neuen Schuljahres für die 2.-4. Klasse, haben schon viele Hanauer Schüler den Weg in die Kirchen genommen, die sonst selten in die eigene Kirche oder in die Kirche der anderen Konfession gehen würden. Manche muslimischen Schülerinnen und Schüler kommen auch mit zu den Gottesdiensten, sie sind beteiligt an Rollenspielen oder musikalischen Einsätzen. Die Zahl der Eltern und auch der Großeltern, die an den Gottesdiensten teilnehmen, ist über die Jahre gestiegen. Entsprechende Regelungen sind mit der Schule getroffen worden.

Für die gute Kooperation mit den Schulleitern sind wir sehr dankbar. Sie unterstützen die Schulgottesdienste und sehen in ihnen ein gutes und attraktives Angebot für ihre Schülerschaft.

Wenn die Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern nach einem fröhlichen Gottesdienst in einem großen Zug die Kirche wieder verlassen, um zur Schule zu gehen, und der eine oder die andere noch das Lied auf den Lippen hat »Tragt in die Welt nun ein Licht«, dann erleben wir, wie sinnvoll und bereichernd die Arbeit zwischen Schule und Kirche ist.   

Katrin Kautz

4584