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Kirchensteuer
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Bild: M. Zimmermann/pixelio.de

Die wichtigste Säule zur Finanzierung kirchlicher Aufgaben ist die Kirchensteuer, die als 9-prozentiger Zuschlag zur Einkommen-, Lohn- und Kapitalertragsteuer erhoben wird. Sie macht rund 70 Prozent des landeskirchlichen Haushaltsvolumens aus und ist unmittelbar von der Höhe der Einkommensteuer abhängig. Das bedeutet, dass der Konjunkturverlauf, die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die Steuergesetzgebung direkt Einfluss auf das Kirchensteueraufkommen haben.

Das Recht, Kirchensteuer zu erheben, wird den Kirchen durch Artikel 140 GG verfassungsrechtlich zugesichert.

Kirchensteuer zahlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit eigenem Einkommen und Selbstständige. Keine Kirchensteuer entrichten in der Regel Schüler und Studierende, Rentnerinnen und Rentner, Arbeitslose sowie Personen mit geringem oder keinem zu versteuernden Einkommen. Nur etwa ein Drittel aller Kirchenmitglieder bezahlt daher Kirchensteuer.

Die gezahlte Kirchensteuer ist – abzüglich eventueller Erstattungen – in voller Höhe als Sonderausgabe bei der Einkommensteuerveranlagung abziehbar. Daher reduziert sich die tatsächliche finanzielle Belastung durch die Kirchensteuer je nach persönlichem Steuersatz noch um bis zu 48 Prozent.

Die Einziehung der Landeskirchensteuer erfolgt nach dem mit dem Land Hessen abgeschlossenen Staatskirchenvertrag durch die hessischen Finanzämter, die dafür eine Entschädigung in Höhe von 3 Prozent des Kirchensteueraufkommens erhalten. Würde die Kirche die Einziehung selbst übernehmen, wären die Kosten wegen des hohen Verwaltungsaufwands wesentlich höher.

Die Einnahmen aus der Landeskirchensteuer werden nach dem von der Landessynode beschlossenen Haushaltsgesetz im Verhältnis 50 Prozent Landeskirche zu 50 Prozent Kirchengemeinden aufgeteilt. 2016 waren das jeweils 77 Mio. Euro. Aus dem Anteil der Landeskirche wird unter anderem auch die komplette Pfarrerbesoldung für die derzeit (2016) 976 aktiven Pfarrerinnen und Pfarrer und die Versorgung der Ruheständler bezahlt.

blickkontakt/M. Ebersohn

 

Siehe zum Thema auch:

Drei häufige Vorurteile zu Kirche und Geld

Zwölf gute Gründe zur Kirche zu gehören

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