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»Kreuzspannung«
Vorstellung eines Kunstwerkes an der Johanneskirche
kreuzspannung
Bilder: Stadtkirchengemeinde Hanau

In seinem Schatten haben viele mitgefeiert. Kinder sind so hoch wie möglich auf seine Äste geklettert. Der große Nussbaum hat das Leben an der Johanneskirche begleitet. Schon kurz nach dem Bau der Kirche war die »Kaukasische Flügelnuss« in den 60er-Jahren gepflanzt worden und wurde groß und größer. Wie alles, was lebt, war auch dieser Baum manchem ausgesetzt und musste sich gegen Krankheiten behaupten. Immer wieder wurde er behandelt und abgesichert. Starke Metallseile hielten die Äste zusammen – bis der Baum doch gefällt werden musste.

Der Bildhauer Klaus Simon (Krefeld) hat ihn nun für das neue Gemeindehaus »verwandelt«. Zwei Werke sind entstanden, auf dem Boden und an der Wand im großen Raum. Wer draußen am ursprünglichen Platz des Baumes steht, sieht es schon durchs Fenster: Einen Teil des Stammes hat Klaus Simon zu einem Objekt aufgerichtet.  Es neigt sich wie zum Gespräch und hält seine Oberseite hin. Eine einladenden Geste für einen Menschen, hier zu stehen und die Hände abzulegen. Das Werk an der Wand macht die Spuren seiner Geschichte sichtbar: Die Metallseile, die den Baum gestützt haben, hat sich das Holz wie eine Art Querbalken einverleibt. »Kreuzspannung« nennt der Künstler seine Werke.

Ihre Entstehung hat eine Jury der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) begleitet. Mitglieder der Stadtkirchengemeinde und des »Beirates Kunst und Kirche« der EKKW haben hier gemeinsam beraten. Es waren spannende Gespräche mit dem Künstler Klaus Simon, dessen Werke  an vielen Orten im In- und Ausland zu sehen sind (hier in Hanau im Park von Schloss Philippsruhe die Skulptur mit dem Titel »Draussen ist in der Stadt« von 1986).

Die Landeskirche fördert die Anschaffung des Werkes finanziell. Eine große Summe zu seiner Entstehung trägt der »Verein Ausstellungshaus für Christliche Kunst« aus München bei. Den Förderern sind wir sehr dankbar.

Die Werke wurden im Gottesdienst am 9. April 2017 vorgestellt.     

Margit Zahn

Bild rechts: Die Kaukasische Flügelnuss vor der Johanneskirche, die gefällt werden musste.

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