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Der Johannistag, 24. Juni
Ein wenig bekanntes Fest
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Bilder: de.wikipedia.org; pixabay.comu

Der Johannistag (auch Johannestag oder Johanni) am 24. Juni wird in manchen Gegenden sehr ausführlich gefeiert. Vor allem das Johannisfeuer, das in der Nacht vor dem 24. Juni entzündet wird, ist weit verbreitet und steht im Zusammenhang mit der Symbolik von Feuer, Sonne und Sonnenwende.

In der kirchlichen Tradition ist der Johannistag Gedenktag für Johannes den Täufer – einer der ganz wenigen Gedenktage, der sich auf die Geburt und nicht auf den Todestag eines Heiligen bezieht. Ausgehend von der Darstellung des Lukasevangeliums (Lk 1,26-38) wurde er auf die Zeit sechs Monate vor der Geburt Jesu festgelegt. Denn bei Lukas heißt es, dass Elisabeth, die Mutter des Täufers, schon sechs Monate schwanger war, als Maria die Geburt Jesu angekündigt wurde. Dass der Johannistag so nur drei Tage nach der Sommersonnenwende am 21. Juni lag, führte zu der Verbindung mit alten Formen der Sonnenwendfeiern. Und in der Folge wuchsen dann viele sommerliche Traditionen hinzu, die mit Johannes dem Täufer nur sehr wenig zu tun haben.

Bekannt ist der Johannistag heute vermutlich eher Köchen und Genießern, weil dann traditionell die Spargelsaison endet. Aber wie so viele Traditionen hat auch das einen handfesten Hintergrund: Die Spargelpflanzen brauchen die Ruhezeit, um Kraft für das nächste Jahr zu sammeln. Und das ist dem Spargelfreund natürlich wichtig.

Johannes der Täufer aber ist in der biblischen Tradition nicht nur Verwandter Jesu, sondern vor allem dessen Vorbereiter, der »Rufer in der Wüste«, wie es heißt, der auf Jesus hinweist – und der ihn im Jordan tauft.

Michael Ebersohn

Bild oben: Joachim Patinir (ca. 1475-1524): Die Taufe Christi

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