Weihnachten verboten
Was es früher so alles gab ...
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Bild: P. Volk / www.flickr.com

Weihnachtsverbot? Wo gibt es denn so was? Weihnachten ist doch das Fest, das im Gefühl der Menschen ganz fest verankert ist. Es gibt unzählige Weihnachtsbräuche, nicht nur bei uns, sondern in fast allen Ländern der Erde. Und doch gab es Zeiten, da haben gerade fromme Christen das Weihnachtsfest verboten.

Aus der evangelisch-reformierten Tradition entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts in England die Bewegung der Puritaner: fromme Christen, die sich sehr eng an die Bibel hielten. Nur das, was sich eindeutig (!) aus Gottes Wort in der Bibel herleiten ließ, war für sie Teil ihres Glaubens und ihres geistlichen Lebens. Alles andere wurde abgeschafft -- und damit auch das Weihnachtsfest, in dem strenggläubige Puritaner lediglich einen christlichen Deckmantel für ein ursprünglich heidnisches Fest sahen.

1647 wurde Weihnachten dann in England verboten, die Kirchen blieben über die Feiertage geschlossen. Der Hintergrund war freilich auch, dass es an Weihnachten damals nicht nur Gottesdienste gab, sondern auch Gelage, Tanz, Besäufnis und Glücksspiel. Und das wollte man verhindern. 13 Jahre später, 1660, war der Spuk dann aber wieder vorbei.

In den USA hielt er sich länger. Wo Puritaner oder andere strenggläubige Gruppen lebten, war Weihnachten ebenfalls verboten, zum Teil bis ins 19. Jahrhundert hinein.

Es gibt allerdings auch heute noch Länder, in denen Weihnachten verboten ist: Somalia, Tadschikistan und Brunei. Alle drei wollen ihre muslimische Bevölkerung schützen.

Und dann gab es 2013 in Berlin helle Aufregung, weil berichtet wurde, Berlin-Kreuzberg würde Weihnachten verbieten, um anderen Religionen nichts überzustülpen. Aber das hat sich dann als Ente herausgestellt, denn man wollte nur eine Regelung finden, damit niemand benachteiligt wird.

Schön also, dass wir auch 2018 Weihnachten feiern dürfen! Schön auch, dass die sehr enge reformiert-puritanische Auffassung heute nur noch eine untergeordnete Bedeutung hat. Unsere weihnachtliche Tradition hat so viel Schönes und Besinnliches zu bieten. Dass davon nicht alles in der Bibel steht, tut der Freude und dem Glauben doch keinen Abbruch.

Michael Ebersohn

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