Die Fußwaschung
Eine besondere Tradition am Gründonnerstag
fusswaschung
Bild: en.wikipedia.org

Am Gründonnerstag feiert die Kirche das letzte Mahl Jesu Christi mit seinen Jüngern, am letzten Abend, bevor er an Karfreitag in den Tod ging. Das berichten die ersten drei Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas. Und deshalb gilt dieser Tag als Geburtstag des Abendmahls.

Und doch gibt es auch eine andere Tradition: Im Johannesevangelium, das das Abendmahl ursprünglich nicht kennt, wird stattdessen berichtet, dass Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht (Joh 13,1-20). Das ist auf der einen Seite eine Geste der Gastfreundschaft und Ehrerbietung dem Gast gegenüber und hatte in damaliger Zeit durchaus auch etwas mit Hygiene zu tun. Auf der anderen Seite macht sich Jesus damit aber zum Diener seiner Jünger und zeigt ihnen, dass Herr und Diener auf einer Stufe stehen, dass also keiner eine größere Bedeutung hat – und dass die Jünger das künftig auch so halten sollen.


Aus diesem Grund gibt es die Tradition der Fußwaschung am Gründonnerstag, vor allem in der orthodoxen und der katholischen Kirche; sogar der Papst tut dies an (ausgewählten) Bedürftigen.

Weil die Fußwaschung jedoch ein schönes Symbol ist und weil die evangelische Kirche nach langer Zeit viele Symbole für sich wiederentdeckt hat, feiern auch wir in der Stadtkirchengemeinde seit einigen Jahren die Fußwaschung am Gründonerstag, und zwar in der Christuskirche – auch in diesem Jahr 2019, um 18.00 Uhr.

Die Fußwaschung ist aber auch beliebt als bildliche Darstellung biblischer Szenen. So ist hinter dem Altar der Kreuzkirche ein Relief der Fußwaschung von Karl Hemmeter zu  bestaunen.      

Michael Ebersohn

5671