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»25 Meter für 25 Konfirmanden«
Vom Entstehen einer besonderen Malerei
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Bilder: K. Kautz, Hanau

Im Konfirmandenunterricht stehen für die Konfirmanden und Konfirmandinnen unterschiedliche Themen auf dem Jahresplan. Zwischen dem Besprechen und Erarbeiten von klassischen Themen im Unterricht – wie zum Beispiel  Bibel, Taufe, Kirchenjahr, Zehn Gebote, Glaubensbekenntnis, Vaterunser – sind auch Aktionen und Besuche fest eingeplant: Der Weg zur Nordstraße zum Gedenken an die Pogromnacht in Hanau am 10. November 1938, der Besuch auf dem Friedhof mit einem Bestatter und der thematischen Vertiefung im Anschluss, ein Besuch bei der Hanauer Tafel.

Im Oktober stand nun das Thema Diakonie auf dem Lehrplan, das durch zwei Besuche in der Vereinten Martin  Luther Stiftung aufgenommen wurde.

In der Zusammenarbeit mit Pfarrerin Beate Kemmler und dem Kontakt mit der amerikanischen Künstlerin Kiki Ketchum-Neumann, die bereits in verschiedenen Projekten der Stadtkirche mitgewirkt hatte, konnte die Konfirmandengruppe eine ganz besonders schöne Aktion verwirklichen.

Nachdem sich die Jugendlichen in einer ersten Konfirmandenstunde über die Arbeit und das Haus der Vereinten Martin Luther Stiftung informiert hatten, wurde in der zweiten Stunde eine Wand im Kellergang des Hauses mit der Hilfe der Künstlerin bemalt.

Dieser Kellergang ist ein täglich sehr genutzter Weg für Bewohner und Bewohnerinnen, um in das Haupthaus und die Kapelle zu gelangen. Aber auch der technische Dienst, die Essenwagen, die auf die Wohnbereiche gebracht werden, die Reinigungskräfte, die Menschen aus der Wäscherei, die Physiotherapeuten, sie alle nutzen diesen Kellergang, sie alle gehen diesen Weg entlang der langen, weiß gekalkten und getünchten Wände.

Die 25 Konfirmandinnen und Konfirmanden brachten an diesem Oktobertag Farbe in diesen Teil des Kellerganges. Das Auftragen der Acrylfarbe brauchte zu Beginn der Malaktion etwas Überwindung, doch mit der professionellen Unterstützung der Künstlerin wuchs der künstlerische Mut und die Kreativität, je länger die Jugendlichen an ihrem Teil der Wand standen,  und am Ende waren alle Künstler sehr stolz und glücklich über das Ergebnis. 

Die Jugendlichen hatten einen Weg der Farben und Formen, der Geschichten gemalt, der seitdem von allen im Haus mit großer Freude aufgenommen wird, denn auf dem alltäglichen Arbeitsweg oder auch auf dem Weg von dem eigenen, kleinen Zimmer zum Gottesdienstraum oder zum Foyer kommt man nun an einem Einhorn vorbei, an grünen Landschaften, Blumenwiesen, an einem Engel (siehe das Titelbild), an einem Teich mit Fischen und Quallen, an Mondlandschaften und einer bunten Stadt.

Die Malaktion hat in besonderer Weise eine Verbindung zwischen den Konfirmanden der Stadtkirchengemeinde und den Bewohnern der Vereinten Martin Luther Stiftung geschaffen. Es wurde ein Weg gezeichnet, der die Generationen beim Anblick des Gemäldes in Kontakt bringt, zueinander führt. Ein frohes Lächeln wird sich auf das eine oder andere Gesicht zeichnen für die, die diesen Weg gehen.

Katrin Kautz

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