8. Sonntag nach Trinitatis

Liturgische Farbe: Grün

Kinder des Lichts
Wer von Christus erleuchtet ist, wird selbst zum Licht und bringt mit seinem Leben Frucht.

Wochenspruch: Wandeltals Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (Epheser 5,8b.9)

In der religiösen Symbolik ist »Licht« immer der Bereich des guten, lebensschaffenden Gottes. Wie wir ohne Licht biologisch nicht existieren können, so können wir ohne Gott nicht wirklich leben. Im Licht »leben wir auf«; der Wunsch nach »mehr Licht« ist der Wunsch nach Erfüllung des Lebens. Paulus nimmt dieses Motiv auf – in Anlehnung an das Jesus-Wort »Ich bin das Licht der Welt« – und weist gleichzeitig auf sichtbare Spuren im Alltag hin.

siehe auch Kirchenjahr evangelisch


Reihe I: Jesaja 2,1-5 Lasst uns wandeln im Licht des Herrn (Altes Testament)

(1) Dies ist das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, schaute über Juda und Jerusalem.
(2) Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, (3) und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des HERRN, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.
(4) Und er wird richten unter den Nationen und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. (5) Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!

Reihe II: Johannes 9,1-7 Heilung eines Blindgeborenen

(1) Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. (2) Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: »Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?«
(3) Jesus antwortete: »Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. (4) Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. (5) Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.« 
(6) Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden (7) und sprach zu ihm: »Geh zu dem Teich Siloah« – das heißt übersetzt: gesandt – »und wasche dich!«
Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

Reihe III: 1. Korinther 6,9-14 (15-18) 19-20 Der Leib als Tempel des Heiligen Geistes

(9) Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben noch Knabenschänder (10) noch Diebe noch Habgierige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes ererben. (11) Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.
(12) Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich. (13) Die Speise dem Bauch und der Bauch der Speise; aber Gott wird das eine wie das andere zunichtemachen. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe. (14) Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft.
[ (15) Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Sollte ich nun die Glieder Christi nehmen und Hurenglieder daraus machen? Das sei ferne! (16) Oder wisst ihr nicht: Wer sich an die Hure hängt, der ist ein Leib mit ihr? Denn die Schrift sagt: »Die zwei werden ein Fleisch sein« (1.Mose 2,24). (17) Wer aber dem Herrn anhängt, der ist ein Geist mit ihm. (18) Flieht die Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, sind außerhalb seines Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leibe. ]
(19) Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? (20) Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.

Reihe IV: Markus 12,41-44 Das Scherflein der Witwe

(41) Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und sah zu, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viele Reiche legten viel ein. (42) Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; das ist ein Heller.
(43) Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: »Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die etwas eingelegt haben. (44) Denn sie haben alle von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte.«

Reihe V: Matthäus 5,13-16 Salz der Erde, Licht der Welt (Evangelium)

Jesus Christus spricht:
(13) »Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
(14) Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. (15) Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. (16) So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.«

Reihe VI: Epheser 5,8b-14 Lebt als Kinder des Lichts (Epistel)

(8b) Wandelt als Kinder des Lichts; (9) die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (10) Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, (11) und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. (12) Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. (13) Das alles aber wird offenbar, wenn's vom Licht aufgedeckt wird; (14) denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.

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