10. Sonntag nach Trinitatis
»Israel-Sonntag«

Liturgische Farbe: Grün

Gott und sein Volk
Gottes Gericht und Gnade über Israel und die Kirche

Wochenspruch: Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat! (Psalm 33,12)

Gott hat sich ein Volk als Erbe gewählt, hat sich mit einem bestimmten Volk besonders verbunden, so erzählen uns Altes und auch Neues Testament. Israel ist sozusagen Gottes unveräußerliches Eigentum, gegen nichts austauschbar. Darauf hat sich Israel aber nichts eingebildet, sondern hat diese Erwählung immer wieder als Verpflichtung erfahren.
Christen allerdings waren oft neidisch und eifersüchtig – es genügte anscheinend nicht, zum Volk Gottes dazuzukommen. Nein, die Kirche wollte die Synagoge ersetzen. »Wohl dem Volk, das Gott sich zum Erbe erwählt hat!« Das ist jedoch ein Satz, den Israel mit uns teilt; ein Satz, der die Kirche an die Synagoge erinnert; ein Segenswunsch, den wir Gottes Volk zurufen wollen.

siehe auch Kirchenjahr evangelisch


Reihe I: Markus 12,28-34 Das höchste Gebot (Evangelium)

(28) Und es trat zu ihm einer der Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: »Welches ist das höchste Gebot von allen?« (29) Jesus antwortete: »Das höchste Gebot ist das: ›Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, (30) und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft‹ (5.Mose 6,4-5). (31) Das andre ist dies: ›Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‹ (3.Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.« 
(32) Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: »Ja, Meister, du hast recht geredet! Er ist einer, und ist kein anderer außer ihm; (33) und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und mit aller Kraft, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.«
(34) Da Jesus sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: »Du bist nicht fern vom Reich Gottes.« Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.

Reihe II: Römer 11,25-32 Ganz Israel wird gerettet werden (Epistel)

(25) Ich will euch, Brüder und Schwestern, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist. (26) Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser; der wird abwenden alle Gottlosigkeit von Jakob. (27) Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.«
(28) Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. (29) Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. (30) Denn wie ihr einst Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, (31) so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. (32) Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.

Reihe III: 2. Mose 19,1-6 Ein heiliges Volk (Altes Testament)

(1) Im dritten Monat nach dem Auszug der Israeliten aus Ägyptenland, an diesem Tag kamen sie in die Wüste Sinai. (2) Sie brachen auf von Refidim und kamen in die Wüste Sinai, und Israel lagerte sich dort in der Wüste gegenüber dem Berge.
(3) Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge zu und sprach: »So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: (4) Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. (5) Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. (6) Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.«

Reihe IV: Matthäus 5,17-20 Jesu Stellung zum Gesetz

Jesus Christus spricht:
(17) »Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. (18) Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. (19) Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. (20) Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.«

Reihe V: 5. Mose 4,5-20 Gottes Gesetz für Israel

Gott der Herr spricht:
(5) »Sieh, ich habe euch gelehrt Gebote und Rechte, wie mir der HERR, mein Gott, geboten hat, dass ihr danach tun sollt im Lande, in das ihr kommen werdet, um es einzunehmen. (6) So haltet sie nun und tut sie! Denn darin zeigt sich den Völkern eure Weisheit und euer Verstand. Wenn sie alle diese Gebote hören werden, dann müssen sie sagen: Was für weise und verständige Leute sind das, ein herrliches Volk! (7) Denn wo ist so ein herrliches Volk, dem Götter so nahe sind wie uns der HERR, unser Gott, sooft wir ihn anrufen? (8) Und wo ist so ein großes Volk, das so gerechte Ordnungen und Gebote hat wie dies ganze Gesetz, das ich euch heute vorlege? (9) Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben, und dass es nicht aus deinem Herzen kommt dein ganzes Leben lang. Und du sollst deinen Kindern und Kindeskindern kundtun (10) den Tag, da du vor dem HERRN, deinem Gott, standest an dem Berge Horeb, als der HERR zu mir sagte: Versammle mir das Volk, dass ich sie meine Worte hören lasse und sie mich fürchten lernen alle Tage ihres Lebens auf Erden und ihre Kinder lehren. (11) Da tratet ihr herzu und standet unten an dem Berge; der Berg aber stand in Flammen bis in den Himmel hinein, und da war Finsternis, Wolken und Dunkel. (12) Und der HERR redete mit euch mitten aus dem Feuer. Den Klang der Worte hörtet ihr, aber ihr saht keine Gestalt, nur eine Stimme war da. (13) Und er verkündigte euch seinen Bund, den er euch gebot zu halten, nämlich die Zehn Worte, und schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln. (14) Und der HERR gebot mir zur selben Zeit, euch Gebote und Rechte zu lehren, dass ihr danach tun sollt in dem Lande, in das ihr zieht, es einzunehmen.
(15) So hütet euch um eures Lebens willen – denn ihr habt keine Gestalt gesehen an dem Tage, da der HERR mit euch redete aus dem Feuer auf dem Berge Horeb –, (16) dass ihr euch nicht versündigt und euch irgendein Bildnis macht, das gleich sei einem Mann oder einer Frau, (17) einem Tier auf dem Land oder Vogel unter dem Himmel, (18) dem Gewürm auf der Erde oder einem Fisch im Wasser unter der Erde. (19) Hebe auch nicht deine Augen auf zum Himmel, dass du die Sonne sehest und den Mond und die Sterne, das ganze Heer des Himmels, und fallest ab und betest sie an und dienest denen, die der HERR, dein Gott, zugewiesen hat allen Völkern unter dem ganzen Himmel. (20) Euch aber hat der HERR angenommen und aus dem Schmelzofen, nämlich aus Ägypten, geführt, dass ihr sein Erbvolk sein sollt, wie ihr es jetzt seid.«

Reihe VI: Sacharja 8,20-23 Das künftige Heil für die Völker

(20) So spricht der HERR Zebaoth: »Es werden noch Völker kommen und Bürger vieler Städte, (21) und die Bürger der einen Stadt werden zur andern gehen und sagen: Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir wollen mit euch gehen. (22) So werden viele Völker und mächtige Nationen kommen, den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen.« (23) So spricht der HERR Zebaoth: »Zu jener Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Völker einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.«

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