Sie wollen Ihr Kind taufen lassen?
Das ist ein freudiges Ereignis!
taufe
Bild: Evangelische Stadtkirchengemeinde Hanau

Sie freuen sich über die Geburt Ihres Kindes. Das ist gut so. Wahrscheinlich haben Sie aber auch gemerkt, dass sich der ganze Lebensrhythmus wandelt. Und auch, wenn es nicht das erste Kind ist, immer wird durch die Geburt eines Kindes die Familie verändert. Sie wird reicher.

Irgendwann taucht vielleicht die Frage auf: »Sollen wir unser Kind nicht bald taufen lassen?«
Dann sind Sie bei Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer an der richtigen Adresse.

Es gibt allerdings schon einige Fragen und so dies und das zu klären:


Der erste Schritt wird sein, dass Sie mit Ihrer Pfarrerin oder Ihren Pfarrer Kontakt aufnehmen. Am einfachsten geschieht das über unser Gemeindebüro. Tun Sie das bitte möglichst bald, mindestens 4–6 Wochen vor dem gewünschten Tauftermin. Dabei erfahren Sie auch schon, wann die Taufe sein kann und wer genau Ihr Kind taufen wird..

Am schönsten ist es, wenn die Taufe im Sonntagsgottesdienst gefeiert wird, besonders wenn sie an Festtagen stattfindet. Dann überträgt sich die feierliche Stimmung auch auf die Taufgesellschaft. Dies ist in der Evangelischen Stadtkirchengemeinde der »Normalfall«. Sollten Sie andere Terminwünsche haben, so ist das nicht grundsätzlich ausgeschlossen, ist aber Vereinbarungssache und bedarf der umfassenden Klärung.

All das wird in einem Taufgespräch besprochen und geklärt, zu dem die Pfarrerin oder der Pfarrer normalerweise zu Ihnen nach Hause kommt. Er oder sie vereinbart das mit Ihnen.

Als »Hausaufgabe« werden Sie dann gebeten, einen Taufspruch auszuwählen. Dies ist ein Bibelvers als Segenswunsch, der Ihr Kind, wenn es gut geht, ein Leben lang begleiten möge. Meistens dient er auch als Grundlage zur Taufansprache (siehe unten). Wenn Sie ein wenig eifrig sind, können Sie das aber auch schon vor dem Taufgespräch tun.


Die Tauffeier als Teil des sonntäglichen Gottesdienstes der Gemeinde beginnt in der Regel nach der Begrüßung, dem Eingangslied und dem Psalm mit

  • einer kleinen Ansprache (meist über den Taufspruch).
  • Es folgt das Taufevangelium (Matthäus 28,16–20) als Schriftlesung sowie
  • die Frage an Eltern und Paten (so oder so ähnlich):
  • »Liebe Eltern und Paten! Sie wollen, dass Ihr Kind getauft wird. Damit übernehmen Sie die Aufgabe, Ihr Kind im christlichen Glauben zu erziehen und ihm durch Wort und Beispiel zu helfen, Gott und die Menschen zu lieben. So frage ich Sie: Sind Sie dazu bereit?«
    sollten Sie mit »Ja« beantworten. Denn immerhin sind Sie ja in die Kirche gekommen, um Ihr Kind auf einen Weg zum Christentum zu bringen.
  • Daran schließt sich das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis an, gewissermaßen als Antwort auf die Frage und als Bekräftigung des Glaubens.
  • Die eigentliche Taufe geschieht am Taufstein. Der Kopf des Täuflings wird dreimal mit (warmem!) Wasser übergossen. Dabei wird der Namen des Täuflings genannt und der Name des dreieinigen Gottes: Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gott und der Täufling werden so miteinander verbunden. Zum Schluss erhält der Täufling einen Segen.
  • Der Taufteil endet mit einem Segenswunsch auch für die Eltern, die Paten und die Gemeinde (denn sie erhält ja ein neues Mitglied!). Dabei werden auch die Patenurkunden und die Taufkerze oder die Taufbibel (oder ein anderes Geschenk) überreicht.

Dies dauert bis dahin etwa 20 Minuten. Danach geht der Gottesdienst seinen gewohnten Gang, und Sie haben die Möglicheit, entspannt und ohne Hektik daran teilzunehmen.

Manchmal, zu besonderen Gelegenheiten oder aus besonderen Gründen findet die Taufe nach der Predigt statt. Dann dauert dann entsprechend länger. Aber das ist Vereinbarungssache.


Wenn Sie Ihr Kind in der Gemeinde taufen lassen, zu der Sie gehören, brauchen Sie Unterlagen nur eine Geburtsurkunde (vom Standesamt)..

Wenn die Taufe woanders stattfinden soll, müssen Sie zu Ihrem zuständigen Pfarramt oder Gemeindebüro (da, wo Sie polizeilich mit erstem Wohnsitz gemeldet sind) und zusätzlich eine Erlaubnis dafür einholen. Das ist eine reine Formsache und heißt Dimissoriale.

Sollten ein oder gar beide Elternteile nicht der evangelischen Kirche angehören, so ist dies kein prinzipieller Hinderungsgrund für eine evangelische Taufe. Jedoch müssen Sie der Pfarrerin oder dem Pfarrer plausibel erklären können, warum Sie dann eine evangelische Taufe wünschen.


Der oder die Paten haben zum Täufling eine besondere Beziehung. So sollte es jedenfalls sein. Paten unterstützen die Eltern in der Erziehung der Kinder und übernehmen ebenso wie die Eltern stellvertretend das »Leben im christlichen Glauben«, das heißt, sie leben ihm beispielhaft vor, was christliches Leben bedeutet und welche Konsequenzen es hat.

Dazu müssen sie selbstverständlich einer christlichen Kirche angehören, also getauft und konfirmiert (bzw. gefirmt) und nicht ausgetreten sein. Dies wird in einem Patenschein beurkundet, den das für den Paten zuständige Pfarramt oder Gemeindebüro (da, wo Sie mit erstem Wohnsitz polizeilich gemeldet sind) ausstellt. Ihn müssen Sie zur Taufe, besser noch zur Taufanmeldung vorlegen.

Natürlich ist es einem evangelischen Pfarrer oder einer evangelischen Pfarrerin angenehm, wenn auch die Paten evangelisch sind. Zwingend ist das jedoch nicht, und über Ausnahmen lässt sich immer reden.

Übrigens gibt es keine vorgeschrieben Zahl von Paten. Es können durchaus mehrere sein.


Zumindest früher war es üblich, dass Täuflinge bei der Taufe ein Taufkleid tragen. Es ist weiß, und diese weiße Farbe symbolisiert Reinheit. Von der Kirche her gibt es dazu allerdings keine Vorgaben; wir taufen auch in Jeans! Das Ganze ist eher eine Frage der Familientradition.

Das gilt ebenso für die Frage: Wer hält das Kind? Üblich ist, dass der Pate oder die Patin (oder einer von ihnen) das Kind bei der eigentlichen Taufe über den Taufstein hält. Aber auch dabei ist anderes denkbar.

Was das Fotografieren oder Filmen im Gottesdienst angeht, sind die meisten Pfarrerinnen und Pfarrer da schon eindeutiger. In aller Regel stört es – und zwar in erster Linie Sie! –, wenn die Kameras automatisch blitzen oder wenn jemand hinter der Tauffamilie um den Taufstein herumläuft, um alles ins Bild zu bekommen. Den Geist und die Stimmung dieses intensiven und heiligen Moments »Taufe« kann man ohnehin nicht auf Foto- oder Filmmaterial bannen. Er bleibt in den Herzen der Beteiligten. Im übrigen sind natürlich die allgemeinen rechtlichen Bestimmungen zum Datenschutz zu beachten. Informationen dazu finden Sie hier:

Für ein Erinnerungsfoto allerdings stehen Ihnen Pfarrerin oder Pfarrer nach dem Gottesdienst gerne zur Verfügung. Diese Fotos werden ohnehin viel besser, weil alle Mienen nach dem Gottesdienst gelöster sind.


Sollte Ihr Kind schon älter sein, so hat es die einmalige Chance, dass es seine Taufe bewusst miterlebt und sich später daran erinnern kann. Manchmal braucht der Entschluss zur Taufe eben länger.

Vielleicht hatten Sie auch überlegt, dass Ihr Kind selbst über seinen Glauben entscheiden soll, wenn es das kann. Damit stehen Sie übrigens in einer breiten christlichen Tradition. Viele Kirchen lehnen die Kindertaufe ab, weil der zur Taufe nötige Glaube erst von Erwachsenen gedanklich erfasst und bekannt werden kann. »Erwachsen« ist man in der Kirche schon recht früh: mit 14 Jahren (so die staatliche Regelung, z. B. in der Schule) bzw. mit Konfirmation oder Firmung.

Auf jeden Fall gilt ansonsten alles genauso wie bei der Taufe eines Säuglings. Sollte Ihr Kind allerdings schon dem Konfirmandenalter nahe sein, so überlegen Sie doch, ob es nicht im Zusammenhang mit der Konfirmandenzeit getauft werden soll. Hinweise dazu finden Sie unter dem Thema Konfirmation.


P.S.: Sollte es bei Ihrem Wunsch zu taufen nicht um Ihr Kind, sondern um Sie selbst gehen, dann ist das eine Erwachsenentaufe. Das läuft ein wenig anders ab. Hinweise dazu finden Sie unter dem Thema Aufnahme.

19.08.2015 - 14.35 Uhr
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