Die Dreieinigkeit Gottes
trinitarische-symbol
Bilder: pixabay.com, Stadtkirchengemeinde Hanau

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

best trusheim dorotheaam Sonntag nach Pfingsten geht es los, da beginnt im Kirchenjahr eine ruhige Zeit, eine Zeit kleinerer Feste und Gedenken: Israelsonntag, Erntedank, Reformationsfest, Buss- und Bettag. Praktisch, denn Frühsommer und Sommer sind voller weltlicher Feste. Eigentlich braucht man im Sommer nicht zu kochen, denn an jedem Wochenende gibt es irgendwo ein Fest, auf dem ich lecker essen kann.

Sommer, Sonne, Ferien laden ein zu Urlaub und Entspannung und eben auch zum Feiern!

Mit dem Sonntag nach Pfingsten, dem Dreifaltigkeits- bzw. Dreieinigkeitssonntag beginnt die Trinitatiszeit (Trinität = lat. Dreiheit). Der Sonntag hat keine heilsgeschichtlichen Wurzeln wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten. Er ist aus einem theologischen Anliegen heraus entstanden. Ob das ein Grund ist, warum er nicht so leicht an die Frau bzw. den Mann zu bringen ist?

Am Trinitatissonntag geht es um die Dreifaltigkeit, die Dreiheit Gottes. Das klingt doch schon mal sehr kompliziert, und ich hoffe, Sie lesen jetzt trotzdem weiter. Wir Christen glauben an den dreieinigen Gott: den Vater, den Sohn, den Heiligen Geist. In seinem Namen feiern wir Gottesdienst, auf ihn taufen wir, unter seinen Segen stellen wir uns.

Dreieinigkeit – drei in eins. Generationen von Theologen haben sich Gedanken gemacht, wie das zu erklären ist. Vater, Sohn und Heiliger Geist – gibt es eine Hierarchie der drei? Ursprünglich hieß es: Der Geist geht vom Vater aus, das bekennt die östliche (orthodoxe) Kirche bis heute. Wir, die westliche Kirche bekennt: Der Geist geht vom Vater und vom Sohn aus. Schwierig, schwierig.

Früher und heute versuchen Menschen mit Bildern zu beschreiben, was Trinität meint:

Wie ein Baum, der Wurzeln, einen Stamm und Äste hat, sei die Trinität zu verstehen, oder wie drei Kerzen, die dicht aneinander gestellt eine einzige Flamme bilden, oder sie sei wie die Sonne, die Strahlen reichen bis auf die Erde, die Kraft ihrer Wärme bringt Leben hervor. 

Ein ganz bekanntes Bild ist das Dreieck. Manchmal findet man dieses Bild mit einem Auge in der Mitte. Vor einigen Jahren bin ich auf ein Spiegeldreieck gestoßen. Stellen Sie sich vor, drei Spiegel stehen auf dem Boden und bilden mit den spiegelnden Seiten innen ein Dreieck. Im Kindergarten meiner Tochter stand es. Die Kinder konnten sich reinsetzen und sich unendlich gespiegelt sehen. Wenn in der Mitte des Spiegeldreiecks eine Kerze steht, wird es für mich für ein Bild der Trinität. Die Kerze wird in den Spiegelseiten ins Unendliche gespiegelt, bleibt selbst immer gleich. Eine Kerze, drei Seiten: Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Welches Bild drückt für Sie die Einheit in der Dreiheit aus? Wenn Sie auf eines für Sie passendes stoßen – lassen Sie es mich wissen!

Nach Trinitatis zählen wir die Sonntage: 1. Sonntag nach Trinitatis, 2. Sonntag nach Trinitatis, 3. Sonntag nach Trinitatis; bis zu 25 Sonntage können es sein, die genaue Zahl hängt mit dem Ostertermin zusammen.  Es ist die Zeit, in der wir in der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Hanau die Reihe der Sommergottesdienste zu einem bestimmten Thema eröffnen, es ist die Zeit der gemeinsamen Gottesdienste von Kleinauheim und Steinheim.

Sommerzeit, Ferienzeit, Urlaubszeit.

Vielleicht gibt es nach Trinitatis auch deshalb so viele Sonntage, weil das Thema der Trinität, Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit ein echt schwieriges ist.

Möge uns der entspannte Sommer mit seinen Festen und Feiern und geselligen Runden, mit anderen Orten, mit dem Heraustreten aus Alltag und Gewohntem, aus den Räumen ins Freie neue Erkenntnisse und ilder, neue Erfahrungen mit Gott: dem Vater, Sohn und Heiligen Geist schenken.

Es grüßt Sie und Euch

Pfarrerin Dorothea Best-Trusheim

18.07.2018 - 11.39 Uhr
5428