Hanau feiert 425 Jahre Neustadt
Neustadtgründer in Marienkirche bestattet
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Bilder: de.wikipedia.org

Mit der Capitulation des Grafen Philipp Ludwig II. wurde 1597 die Gründung der Neustadt und die Ansiedlung der Glaubensflüchtlinge möglich. So sind die Menschen von damals und ihre Nachkommen heute, die zu einem Teil weiterhin der Wallonisch-Niederländischen-Gemeinde angehören, dem Neustadtgründer sehr verbunden. Sie führen als damalige Wallonische - und Niederländische - Gemeinde ihre Gründung auf eben diese Tatsache zurück, dass sie diese Neustadt erbauten und frei ihre reformierten Gottesdienste feiern konnten. Kurz zuvor hatte der junge Graf das reformierte Bekenntnis in seiner Grafschaft und somit auch an der Hanauer Marienkirche eingeführt. Somit ist die Marienkirche in der Altstadt nicht nur schon seit 1523 die erste Kirche der Reformation in der gesamten Grafschaft, sondern auch die erste reformierte Kirche nach Calvinistischem Bekenntnis. Dieses war dem Grafen durch seine Erziehung ans Herz gewachsen. Graf Philipp-Ludwig II. liegt – leider schon 1612 verstorben – bis heute in der Gruft der Hanauer Marienkirche bestattet. Sein Engagement für die Glaubensflüchtlinge schlägt bis heute eine Brücke aus der Altstadt zur Neustadt. Zur Stadtentwicklung gehören auch die Neuansiedlung von jüdischen Menschen ab 1603 in der heutigen Nordstraße, der Zuzug von Menschen römisch-katholischen Glaubens in der Neuzeit sowie die geflohenen Menschen nach dem 2. Weltkrieg. Der Zuzug von Menschen auf Arbeitssuche zuerst aus den Ländern Südeuropas und dann aus der Türkei hat das Stadtbild erneut verändert. Aktuell zwingen Armut, Hunger, Verfolgung und Kriegswirren immer wieder Menschen aus dem arabischen Kontext und aktuell aus der Ukraine zum Verlassen ihrer Heimat. Auch sie gehören inzwischen zum Stadtbild. Hanau ist über die Jahrhunderte zu einer bunten Stadt mit vielen Menschen unterschiedlicher Geschichten und Kulturen geworden.

Das Jubiläum der Neustadt ist ein guter Grund diese Vielfalt und Diversität der Stadtgesellschaft zu feiern und zugleich an einer Weiterentwicklung einer inklusiven Stadt mitzuwirken. Diese Aufgabe hat sich die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit dem Kirchenkreis Hanau gesetzt. Dazu wurde Pfarrer Horst Rühl für die Planung und Durchführung der Aktivitäten seitens der Landeskirche gewonnen und beauftragt. Teilhabe und Mitgestaltung sind keine Ziele, die am Stadtrand von Hanau enden. Sie haben damals in die ganze Grafschaft gewirkt, die sich auch ein ganzes Stück des Kinzigtals nach Nordosten und bis nach Münzenberg erstreckte. Hanau feiern heißt, gezielt in die Zukunft zu schauen.

Das hat sich die Evangelische Kirche zum Ziel gesetzt und lädt darum unter dem Arbeitstitel: »Vielfalt voll normal – und siehe, es war sehr gut!« – Hanau als inklusive Stadt zu den hier aufgeführten Veranstaltungen ein:

Horst Rühl 

Das Programm der Reihe finden Sie hier

 

18.02.2022 - 14.46 Uhr
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